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Aggression und Druck

Tausend AnRs erzählen seit tausend Jahren jeden Tag,
daß jeder von Euch dumm ist und nur Stars sehen mag.
Bei Tausend Artists, die nicht artig auf die Warteliste gehen wollen
mißt man Tausend Grad und 20 bar, unter denen sie stehen.
Ihnen wird gesagt, der Käufer sei stupide.
Ihnen wird erklärt, der Hörer hört kein Herzblut und Liebe.
Man meint, die Zielgruppe will nichts kreatives.
Man behauptet, Ihr wollt Weichgespültes und Ihr glaubt es auf Dauer und kauft es.
Tausend Flaschen dürfen vor den Massen Luft ablassen.
Tausend Ratten, die Musik zum Affen machen und damit Geld raffen.
Tausend Platten, deren schwarzes Gold geduldig schluckt.
Aber ich danke ihnen, denn Rap ist Produkt aus Aggression und Druck!
Hook...

Tausend Typen in Hemdkragen bewandert in Trendfragen
beraten ihr Schützlinge in allen Lagen und mit dem Bandnamen.
Die Fans tragen Shirts und Frisuren der Idole und ihre Kohle
zu den Verlagen, Vertrieben, Labels,
Preßwerken, Managements, Händlern, Werbeagenturen,
damit die was zum Leben haben - sie und ihr Benz.
Nur circa 5% Eurer Peseten für eine CD geht an die Künstler,
der Rest verpufft irgendwo auf dem Weg.
Damit wird Euer Bedarf nicht gedeckt, sondern erst geschürt.
Ihr seid die Zirkusbären - Ihr werd't an der Nase rumgeführt.
Mann, wieviele Schätze kann man nie in den Auslagen sehen.
Räumt die Schaufenster leer, daß die Leute wieder in den Laden gehen.
Lautes Marketing verhüllt den Blick der Massen für Qualität.
Kaum einer versteht: Nicht alles ist gut, was gut weggeht.
Verkaufszahlen, gemessen mit unbrauchbaren Skalen machen Stars,
doch sind allenfalls ein Seismograph für Mittelmaß.
Viele Kids haben keinen Geschmack, sondern nur einen Leitfaden:
und der heißt Hochglanzpräsenz, Merchandise und Freikarten.
Doch Ihr seid die ganze Welt und könnt Nein sagen,
denn der ständige Erfolg von Scheiße schmerzt wie Bleigarben.
Leidtragend sind die, deren Musik sich auf einmal in
Konkurrenz zu mächtiger Promomaschinerie sieht.
Doch es gibt auch Beispiele wie Vieh, wo kreative Köpfe das Business erklimmen,
sprich: Plätze in den Hitlists erringen.
Und es gibt auch manchen AnR, der fit ist, dem Sinn nicht egal ist,
der schlägt dann auch nicht aus jedem Nippes Gewinn.
Sie sehen gute Musik und die Crowd, die heiß drauf ist.
Andere wollen Scheiße vergolden, weil's sie billig im Einkauf gibt.
Und dieser Quark: was auf den Markt kommt, bestimme der Markt.
Dann spart mal das Marketing und guckt dann mal, was der Markt sagt.
Was man sieht hängt davon ab, wohin man guckt, doch eigentlich bin ich dankbar
für die Hook: Ihr macht mir Agression und Druck!

Ich gebe zu, es ist ein Kampf, den eigenen Kurs zu halten und am Boden zu bleiben
- aufzupassen, nicht steuerlos in den Wogen zu treiben.
Denn letztendlich hält man sich selbst für wichtig, gut und richtig
und will deshalb gerade und erst recht die Massen erreichen.
Doch wer mit Scheiße wirbt wird auch nur Fliegen ködern.
Darum sind Trends und Hypes so üble Liebestöter:
Die Masse, die sonst durch Kacke tappt, hat plötzlich ne Perle verschluckt.
Deshalb ist meine Mucke lieber kein Produkt unter Quotendruck.
Ich mach Musik, ohne daß ich auf Noten guck, doch will mich dankbar zeigen.
Sonst hätt ich keinen Grund gehabt, diesen Refrain zu schreiben.

Ihr gebt mir Input, denn mein Output ist
Produkt aus Aggression und Druck!

Ihr gebt mir Input, denn mein Output ist
Kreuzprodukt aus Aggression und Druck
- raus zur Hook...

How far must You go, to gain respect, uhmmm
Well, that's kinda simple, just remain Your own,
Or You'll be crazy sad and alone